Hundeschule Rolf Gaßmann

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Beagle, Bracke und Co.

Jeder Hundetrainer hat sein Steckenpferd. Bei mir sind dies eindeutig die zu Unrecht als schwierig oder gar unerziehbar geltenden Hunderassen der FCI-Gruppe 6, Bracken, Lauf- und Schweißhunde.

Als Urform kann man sicherlich die echten Laufhunde bezeichnen, die im englischen Sprachraum "Hounds" genannt werden. Bracken und Schweißhunde hingegen kann man getrost als eine Art Weiterentwicklung der echten Laufhunde betrachten. Wenn man sich vor Augen hält, für welchen Verwendungszweck die Hounds seit vielen Jahrhunderten gezüchtet werden, wird einem schnell klar, warum es mit dem allgemeinen Gehorsam dieser Tiere manchmal etwas hapert.

Als Meutejagdhunde ist es ihre Aufgabe, in einer großen Gruppe von Hunden dem Wild auf der Fährte zu folgen, und dabei durch anhaltendes Geläut (Gebell) den meist zu Pferde folgenden Jägern den Weg zu weisen.

Diese mittelalterlich-feudale (Hetz)Jagdmethode hat heute ausgedient. In Deutschland und Frankreich ist sie schon seit langem verboten, in England wurde die Hetzjagd mit Otterhounds auf den Otter in den 1970er Jahren eingestellt.

Die Hetzjagd mit Foxhounds auf den Fuchs erhielten sich die Engländer hingegen ein paar Jahre länger. Aber seit Frühjahr 2005 ist damit Schluss auf der Insel, beschloss das englische Parlament im Sommer 2004. Prinz Charles, ein begeisterter Fuchsjäger, sei "not amused" darüber, konnte man der Presse entnehmen.

In Deutschland, und heute auch in England, kann man diese Jagdart mit Hundemeuten als unblutige, so genannte Schleppjagd erleben. Dabei folgt das Pack, also eine Meute von meist mehr als 20 Koppeln (1 Koppel = 2 Hunde), manchmal auch wesentlich mehr Hounds, einer küstlichen Fährte. Gute Hounds lassen sich dabeidurch nichts und niemand von ihrer Spur abbringen. Sie haben nur eines im Sinn: Dem "Scent", also dem Geruch der Fährte, zu folgen.

Und genau das ist auch der Grund, warum Beagle und Co. der Ruf der Sturköpfigkeit vorrauseilt. Kenner und Freunde der Laufhunde würden das etwas anders ausdrücken:

Hounds verstehen es, Prioritäten zu setzen!

Mit dieser Erkenntnis und dem entsprechenden "Gewusst-wie" erzieht man dann auch den größten "Sturkopf" zu einem gut gehorchenden "Vorzeige-Hound"!

Leider zeigt es sich immer wieder, dass viele Hundetrainer mit diesen Tieren nicht zurecht kommen. Es fehlt häufig am Wissen über das spezielle Verhalten von Bracken, Lauf- und Schweißhunden. Da die Rassen der FCI-Gruppe 6 mit Ausnahme des Beagle bisher fast ausschließlich von Jägern oder Schleppjagdvereinen gehalten wurden, ist diese Wissenslücke auch nicht verwunderlich.

Im HoundsClub hingegen kennt man sich mit diesen wunderbaren Hunden aus. So ist es denn auch möglich, durch die Vermittlung des nötigen Wissens über die rasse-spezifischen Verhaltensweisen aus hochspezialisierten Jagdhunden zufriedene und gut gehorchende Familienhunde zu machen.

Aber ein wenig Arbeit macht es schon!